Vor nicht ganz einem Monat ist mein neuestes Illustrationsprojekt veröffentlicht worden. Ein Kinderbuch. Das gedruckte Ergebnis vieler Monate mühsamen Vorzeichnens, Reinzeichnens und Kolorierens. Zusätzlich gehen auch Satz und Layout auf meine Kappe. Nun möchte ich dir einen kurzen Blick hinter die Kulissen des Entstehungsprozesses geben.
Worum es geht?
Das sagt der Klappentext:
“Ein kleiner Roboter macht sich auf den Weg, um das zu tun, wofür er gebaut wurde: Er will helfen. Doch die Tiere im Wald begegnen ihm mit Skepsis und schnell wird klar, dass ihm etwas fehlt, das seine Technologie nicht ersetzen kann. Dieses Buch thematisiert auf kindgerechte Weise den verantwortungsvollen Umgang mit Technik und künstlicher Intelligenz. Die Geschichte lädt zum Nachdenken über Mitgefühl, Gemeinschaft und die Rolle von Technologie in unserer Welt ein – ohne Angst, aber mit viel Herz.”
Wie es dazu kam?
Die Autorin des Textes und Obfrau des österreichischen Ablegers des Vereins „Stop Killer Robots„, Marit Seyer hat mich angefragt, ob ich mir vorstellen könnte, ihre Geschichte zu illustrieren und sie so mit Leben zu befüllen. Nun ist KI zwar ein Thema, mit dem ich mich als Illustratorin und Verhaltensbiologin immer wieder notgedrungen beschäftige, aber so wirklich mein Steckenpferd ist es nicht. Mein Herz gehört nach wie vor biologischen Themen rund um Tier- und Artenschutz. Sehr wohl gereizt hat mich an dem Projekt, ein kompliziertes Thema visuell für Kleinkinder aufzubereiten. Und so habe ich nach kurzem Überlegen zugesagt.
Der Gestaltungsprozess
Was folgte, war ein kurzes Design-Briefing und ein längeres Suchen nach einem passenden Verlag. Dann ging es ans Eingemachte, also an Bleistift und Papier. Zu Beginn standen Charakterstudien und ein Storyboard mit Thumbnail-Sketches. Letzteres habe ich allerdings nur für mich selbst gemacht, um den Überblick über die einzelnen Szenen nicht zu verlieren. Danach habe ich Seite für Seite abgearbeitet – zuerst habe ich detailierte, analoge Bleistiftillustrationen erstellt, die ich anschließend digital mit Photoshop von Hand koloriert habe. 14 Doppelseiten, zwei Seiten Vor- und Nachsatz und das Cover wurden von mir gestaltet. 0% KI, 100% akribische menschliche Arbeit.
Damit war der Illustrationsprozess abgeschlossen. Aber die Arbeit an Satz und Layout nahm erst ihren Anfang. Zunächst habe ich unterschiedlichen Design-Entwürfe für das Cover und eine Doppelseite erstellt, aus dem der Verlag seinen Favoriten ausgewählt hat. Danach wurde gesetzt und gelayoutet, … geschwitzt, korrigiert und weitergelayoutet. Bis das Buch schließlich – ca. 6 Monate später – in den Druck ging. Nun kann es über den Mantelverlag käuflich erworben werden.
Der Prozess in Bildern








Bis zum fertigen Buch war es eine weite Reise. Am Anfang standen Charakterstudien – wie diese hier in Tusche. Es folgten detailierte Bleistiftzeichnungen – meist im Format A3. Diese wurden schließlich gescannt und dann mit Photoshop koloriert. Doch damit nicht genug: auch Satz und Layout wollten noch erledigt werden, ehe das Werk in den Druck wandern konnte.
Letzen Endes war das Illustrieren eines Kinderbuchs zu einem fachfremden Thema eine spannende Erfahrung, die sich doch stark von meinen bisherigen Buchillustrationen im biologischen Bereich unterschied. Würde ich es noch einmal machen? Ja. Besonders, wenn es sich um ein biologisches Thema handelt. Dann bitte immer her damit!

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